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1999

Ladenpresse

Fleißige Helfer haben den Laden renoviert:

hier der Text:

Eine Welt e.V.
Fairness zeigen, Zeichen setzen
„Wenn die Länder des Überflusses den Entwicklungsländern gerechte Preise für ihre Produkte zahlen würden, könnten sie ihre Unterstützung und ihre Hilfspläne für sich behalten", so der in diesem Jahr verstorbene Bischof Helder Camera in einer Art Leitsatz für den fairen Handel.
Dort, wo fairer Handel Tag für Tag „handgreiflich" wird, nämlich im „Eine Welt Laden" in der Frühmesserstraße traf sich zur Neueröffnung der renovierten Ladenräume reichlich lokale Prominenz. Zu den Ladenbesuchern gehörten Oberbürgermeister Peter Labonte, Bürgermeisterin Gabriele Laschet-Einig und Beigeordneter Paul Arzheimer. Auch Pfarrer Winfried Didinger, Pfarrverwalter Manfred Steiger, Ehrenbürger Dr. Hans Nohr und die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Hildegard Dexelmann waren gekommen, um Hans Rothenbücher, dem Vorsitzenden der „Arbeitsgemeinschaft für Eine Welt e.V." und dem Team der ehrenamtlichen Ladner zu gratulieren für die bisherige, achtjährige Arbeit. Gleichzeitig wurde die „Eine-Welt-Mannschaft" ermuntert, so weiterzumachen. Insgesamt drängten sich an diesem Samstagvormittag 52 Besucher in dem kleinen Ladenlokal.
„Lahnstein kann stolz auf diesen Eine-Welt-Laden in seinen Mauern sein", so Oberbürgermeister Peter Labonte. Die zahlreich erschienenen Ratsmitglieder pflichteten ihm bei. Als Anerkennung überreichte er einen Wappenteller der Stadt Lahnstein.
Besonders gelobt wurde das Renovierungsteam mit den Eheleuten Kuhn und Meinen, Achim Fingerhut, Ralf Reitel und Edith Schulz-Wüst, welches im Sommer einen neuen Fußboden verlegte und neue Regale baute. „Wenn das Eine-Welt-Haus einmal Feuchtigkeitsschäden haben sollte, dann von den vielen Schweißtropfen, die darin vergossen wurden", meinte Hans-Günther Kuhn scherzhaft.
Hans Rothenbücher betonte, dass der Laden nicht gewinnorientiert arbeite. Sämtliche Überschüsse fließen über die „Arbeitsgemeinschaft für Eine Welt" in Hilfsprojekte in Entwicklungsländer, zu denen persönliche Beziehungen und damit Kontrollmöglichkeiten bestehen. Der faire Handel bleibt ein wichtiger Akteur bei der Umsetzung des Leitbildes der Nachhaltigkeit im täglichen Leben. Das Leitbild der Nachhaltigkeit im Sinne der „lokalen Agenda 21" versucht, Ökonomie, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz zu verbinden.
Die Gäste der Neueröffnung kamen gleich auf den Geschmack in Sachen fairer Handel. So wurden Bananen aus Costa-Rica, Kaffee aus Nicaragua, Rotwein aus Algerien und Erdnuss-Riegel aus Venezuela gereicht.
Montags bis freitags, von 15.00 bis 18.00 Uhr und samstags, von 9.30 bis 12.00 Uhr kann jeder Lahnsteiner durch seine bewusste Kaufentscheidung vor Ort im „Eine-Welt-Laden" einen konkreten Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der gesamten Welt leisten. Vom Fußball, der ohne Kinderhände entstanden ist, über den indischen Teppich, den Erwachsene unter Bezug der gesetzlichen Mindestlöhne geknüpft haben, bis zum ökologisch angebauten Honig einer Kleinbauernfamilie in Mexiko, die Lahnsteiner können durch den Besuch des Ladens Zeichen setzen und ein Handelssystem unterstützen, welches den Menschen in der dritten Welt ermöglicht, ihren Lebensstandard zu verbessern.


aus:
Rhein-Lahn-Kurier  Nr. 1999 Nr. 43 (Ende Oktober)

 
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